Unser Konzept

Eine Pferdhaltung, die den Bedürfnissen der Pferde voll gerecht wird, ist in unserer heutigen Gesellschaft nur bedingt umsetzbar.

Wir haben bei der Entwicklung unserer Haltung versucht hier einen optimalen Kompromiss zwischen den Bedürfnissen der Pferde, deren Einstellern sowie den gesetzlichen und örtlichen Gegebenheiten zu erzielen.

 

Offenstallhaltung

 

Die Offenstallhaltung mit grossen Auslaufflächen und Weidegang kommt dem natürlichen Anspruch der Pferde an Bewegung, Schutz und Sozialkontakten entgegen.

Die Pferde sind selten krank und trainieren sich durch ständige Bewegung selbst, so dass diese Haltung auch für Pferde gut geeignet ist, deren Besitzer nicht täglich Zeit für Ihre Pferde haben.

 

Weidegang/Weidemanagement

 

Da wir in Deutschland nicht in der Lage sind, den Pferden wirklich artgerechte, magere Weideflächen in entsprechender Größe zu halbwegs vertretbaren Kosten anbieten zu können, haben wir folgenden Weg gewählt:

 

Je Pferd stehen 0,4 ha reine Weidefläche zur Verfügung, die auch nicht zur Heugewinnung genutzt werden. Dadurch ist es möglich auf diesen Flächen das Gras hoch wachsen zu lassen und so immer strukturreiches Gras zu haben.

Die Flächen werden dann jeweils einige Wochen beweidet, aber nicht vollständig heruntergefressen. Anschliessend werden die Flächen gemulcht.

 

Zu Beginn der Weidesaison werden die Pferde langsam angeweidet. In der "Bremsenzeit" wird der Weidegang nachts, in der übrigen Zeit kontrollierter Weidegang tagsüber gewährt.

Ab November wird der Weidegang langsam reduziert, wobei in den Wintermonaten bei trockener oder kalter Witterung stundenweise eine Weidefläche geöffnet wird.

 

Die gemischte Herde

 

Die Haltung in der gemischten Herde mit Pferden unterschiedlicher Altersstufen und Geschlechter bietet für alle ein Optimum an Bewegungsreizen, Sozialkontakten und geistiger Herausforderung. Junge Pferde lernen von den "Alten" und ältere Pferde bleiben länger aktiv.

 

Pferde ohne Beschlag

 

Um die Verletzungsgefahr  gering zu halten laufen alle Pferde bei uns zumindest an den Hinterhufen ohne Beschlag. Durch den Mix von unterschiedlichen Böden in den Auslaufflächen wird das Hufwachstum angeregt und die Pferde laufen nach einer Eingewöhnungszeit völlig problemlos barhuf. Über einen Zeitraum von ca. 1 bis 2 Jahren wird das Hufhorn zunehmend besser. Moderne Hufschuhe bieten für die Ausritte und selbst für lange Wanderritte eine gute Alternative zum Beschlag.

Bei der Vielzahl der verfügbaren Modelle findet sich für jedes Pferd eine passende Alternative.

 

Persönliche Betreuung

 

Wir haben uns bewusst gegen eine automatisierte Fütterung durch Futterautomaten entschieden, da uns der persönliche Kontakt zu den Pferden und deren Besitzern sehr wichtig ist. Nur so sind wir in der Lage den unterschiedlichsten Anforderungen gerecht zu werden. Eine ständige Kontrolle und Beobachtung der Pferde mehrfach am Tag gewährleistet, dass Probleme früh erkannt werden können. Bei uns ist jeder Einsteller und sein Pferd ein Individuum, welches seine persönlichen Bedürfnisse und Wünsche hat, denen wir im Rahmen unserer Möglichkeiten auch gerne nachkommen.

 

Integration "neuer" Pferde

 

Für die Integration neuer Pferde in die Herde gibt es kein Patentrezept. Unsere Erfahrung zeigt jedoch, dass dies in der Herdengrösse von ca. 18 bis 20 Pferden in der Regel unproblematisch möglich ist. Ein neues Pferd erhält zunächst einen abgetrennten Bereich im Offenstall und Auslauf, so dass der erste Kontakt über den Zaun hinweg möglich ist. Aus der Beobachtung der Pferde heraus entscheiden wir, wie weiter vorgegangen wird. Manche Pferde kann man problemlos nach wenigen Tagen einfach in die Herde integrieren, andere werden zunächst einzeln mit ausgewählten Pferden auf der Weide bekannt gemacht. Nach ca. 2-4 Wochen ist normalerweise die Integration so weit abgeschlossen, dass das Pferd in der Herde belassen werden kann. Danach kann es noch einige Zeit dauern, bis der endgültige Platz in der Rangordnung gefunden ist und die ersten Freundschaften entstehen. Grundsätzlich ist die Integration im Sommer einfacher als im Winter.